Du möchtest gern malen, aber dein Alltag ist schon jetzt so voll? Du würdest gern zur Ruhe kommen, Zeit für dich haben, etwas Schönes machen, schiebst aber diese Sehnsucht immer wieder vor dir her?
Du bist nicht allein mit diesem Problem. Zwischen Beruf, Haushalt, Familie noch eine Zeitinsel für dich allein zu finden, ist objektiv eine Herausforderung. Du wirst sie meistern, wenn du zwei Dinge beachtest:
Erstens: Nimm deinen Wunsch wichtig!
Solange er auf deiner Prioritätenliste auf den unteren Rängen liegt und du darauf wartest, ob sich irgendwann von selbst eine Lücke auftut, ist es unwahrscheinlich, dass du ihn umsetzen wirst. Es braucht eine klare Entscheidung von dir: Mir ist das jetzt wichtig! Jetzt schaffe ich Raum dafür in meinem Leben.
Zweitens: Beginne ganz klein.
Mach dazu mal ein kleines Gedankenexperiment: Sieh einen typischen Tag vor deinem inneren Auge. Zähle auf, welche Aufgaben ihn füllen. Mach dir bewusst, wie du dich dabei fühlst. An welchem Punkt des Tages wird deine Sehnsucht nach einem Moment für dich groß? Was hindert dich dann meistens? Welche „wichtigeren Dinge“ schieben sich dann davor?
Nun stell dir vor, genau in dem Moment klingelt dein Handy. Deine Freundin fragt: „Hast du mal 10 Minuten für mich? Ich habe ein Problem …“
Hast du die 10 Minuten für sie? Kannst du diesen kleinen Raum schaffen, um zu helfen?
Wenn du „Ja“ denkst, dann merke dir das Gefühl, das diese Entscheidung begleitet, alles andere, eben noch so Dringende, wegzuschieben. Ist es Mitgefühl? Hilfsbereitschaft? Die Zufriedenheit, etwas Gutes zu tun?
Was immer es ist: Ich lade dich hier ein, genau mit diesem Gefühl ein Ritual von zehnminütigen Mal-Momenten in deinen Alltag zu bringen.
Du hilfst dir und hast Mitgefühl mit deiner kreativen Sehnsucht, wenn du es tust. Sie ist etwas sehr Zartes, Schützenswertes, gerade wenn wir neu damit beginnen. Sie braucht die zupackende Hilfe, die du einer Freundin geben würdest. Schenke sie dir. 10 Minuten sind nichts an einem Tag. Wir alle sind sehr freigiebig mit unserer Zeit, wenn es um andere Dinge geht. Zum Beispiel wenn wir Bilder anderer auf Instagram und YouTube betrachten. Oder wenn wir beim Kaffeetrinken darüber nachgrübeln, wie wenig Zeit wir für uns selbst haben, wie gern wir kreativ wären. Stattdessen können wir die Kaffeetasse zeichnen. Dies war mein Start in eine tägliche Zeichenpraxis: Wenn ich in einem Café oder zu Hause saß, eine kleine Zeichnung von meinem Getränk zu machen. Dabei habe ich auch eine kleine Affirmation an den Rand geschrieben. „Ich bin kreativ“, „Ich liebe das Zeichnen“, „Nur für mich“ würdigt diese Tat. Sie ist mutig. Denn sie durchbricht Verhaltens- und Erwartungsmuster – die von anderen, aber vor allem auch unsere eigenen. Wenn du es schaffst, dir 10 Minuten Kreativzeit zu schenken, kann allmählich mehr daraus werden. Meiner Erfahrung nach geschieht das nach den ersten Schritten, sich die Selbsterlaubnis zum Malen geben, oft wie von selbst.


